Moscheen in der Türkei

Moscheen werden seit der Zeit Mohammeds, dem 7. Jahrhundert gebaut. Im Laufe der Zeit haben sich dabei in den verschiedenen islamischen Ländern unterschiedliche Baustile entwickelt.

Typisch für die Türkei sind die Kuppelbauten. Schon im 14. Jahrhundert wurden Mehrkuppelmoscheen errichtet, später wurde dann die Moschee mit einer großen, zentralen Kuppel zum Standard. Auch die Bauweise der Minarette (arabisch für "Leuchtturm") hat sich von Region zu Region unterschiedlich entwickelt. In der Türkei ist das aus osmanischer Zeit stammende "Nadelminarett", mit seiner an eine Rakete erinnernden Form, typisch.

Früher stand der Muezzin (Gebetsrufer) auf einem der Balkone des Minaretts um die Gläubigen zum Gebet zu rufen. Heute sind dort Lautsprecher angebracht, und der Muezzin singt seinen Ruf in ein Mikrophon. Niemals allerdings ertönt der Gesang eines Muezzins von einem Tonband.

Moscheen dürfen auch von Nicht-Moslems besucht werden, wenn unten benannte grundlegende Regeln beachtet werden. Vermeiden Sie es, eine Moschee während der Gebetszeit zu besuchen!

Moscheen können außerhalb der Gebetszeiten und unter Beachtung bestimmter Bekleidungsvorschriften jederzeit besucht werden. Aber auch dann versteht es sich von selbst, daß man einzelne, ins Gebet vertiefte Gläubige nicht stört, sie nicht fotografiert und nicht zwischen ihnen und der Gebetsnische hindurchgeht. Vor dem Betreten einer Moschee sind zunächst die Schuhe auszuziehen; Männer sollten auf jeden Fall lange Hosen, Frauen zumindest knielange Röcke tragen. Darüber hinaus haben Frauen Kopf und Arme zu bedecken; hierfür haben geübte Reisende ein leichtes Tuch entsprechender Größe zur Hand; in einigen größeren Moscheen, die häufiger von Touristen besucht werden, halten auch die Aufseher Kopftücher bzw. Kapuzenmäntel bereit.

BEYAZIT MOSCHEE ISTANBUL

Die Moschee wurde 1505 von Sultan l Bayezid II. auf dem größten Platz in Byzanz, nämlich im Tauri Forum erbaut. Aufgrund ihrer zentralen Lage, Architektur und Ornamentik zählt sie zu einem der herausragendsten Werke osmanisch-türkischer Architektur. Das Erdbeben von 1509 und viele Brände haben das Gebäude schwer beschädigt; im Jahre 1573 wurde es vom Architekten Sinan restauriert. Der Schweizer Architekt G. Fossati erbaute ein Mausoleum für den Großwesir Resit Pascha.

BLAUE MOSCHEE ISTANBUL

Die sechs Minarette der Sultan Ahmet Camii, gehören zu den Wahrzeichen Istanbuls. Zwischen 1609 und 1616 errichtete der Sinan-Schüler Mehmet Aga im Auftrag Sultan Ahmet I. die auffälligste Moschee der Stadt. Die hohe Zentralkuppel und die vier Halbkuppeln sind in kühlen Blautönen ausgemalt. Zusammen mit den ebenfalls blauen Fayencen, die die Wände schmücken, trugen sie dem Gebäude den Namen Blaue Moschee ein.

EYÜP MOSCHEE ISTANBUL

Die Eyüp Moschee ist die Heiligste der Stadt. Sie folgt im Rang hinter der heiligen Stätten in Mekka, Medina und Jerusalem, weil hier das Grab von Mohammeds Fahnenträger “Eyüp Ensari” liegt. Die Moschee wurde unter Mehmet II. 1458 erbaut. Danach wurde sie unter Murat III. umgebaut, Selim III. ließ sie 1800 völlig neu errichten.

FATIH MOSCHEE

Die Moschee des Eroberers Istanbuls, Sultan Mehmet II., wurde in der Zeit von 1463-1471 erbaut. Als beispielhaft für die damalige Bauweise gelten die um die Moschee errichteten Schulen und anderen Einrichtungen, da sie alle zusammen einen Komplex darstellen.

GROßE MOSCHEE BURSA

Der Bau vom Typ der Vielkuppelmoschee, der in der Anlage den flachgedeckten seldschukischen und arabischen Hofmoscheen ähnelt, wurde von Yildirim Bayezit gestiftet und 1421 unter Mehmet I. fertiggestellt.

GRÜNE MOSCHEE BURSA

Die 1420 von Haci Ivaz errichtete Yesil Camii ist einst der Meisterwerke der frühosmanischen Architektur. Auftraggeber für die „Grüne Moschee“ war Mehmet I. Çelebi (1413-1421), ein Sohn Yildirim Bayezits. Die Grüne Moschee, hat ihren Namen von den schönen Fayencen der Innenräume.

NEUE MOSCHEE ISTANBUL

Diese Moschee ist eine der prächtigsten Sultansmoscheen entlang des Meeresufers. Der Bau begann im Jahre 1597 im Auftrag der Gattin von Sultan Murad III., Safiye Sultan. Nach dem Tode ihres Mannes verlor sie jedoch an Einfluß, und der Bau wurde lange Zeit unterbrochen. Nach Enteignungen von Bewohnern im jüdischen Viertel wurde dieser später wieder aufgenommen. Nach seiner Fertigstellung wurde er 1663 von der Mutter des Sultans Mehmed IV., Turhan Valide Sultan, eröffnet. Weil die Moschee sich in unmittelbarer Nähe des Goldenen Horns befindet, hat man sie auf einem erhöhten Fundament mit Treppen errichtet. Diese zur Moschee führenden Treppen genießen einen besonderen Stellenwert im Istanbuler Stadtbild.

RÜSTEM PASA MOSCHEE ISTANBUL

Diese Moschee ist die am prächtigsten ausgeschmückte Moschee des Osmanischen Reiches. Die wunderschönen Keramikkacheln sind besonders beeindruckend. Die Moschee wurde wahrscheinlich im Jahre 1561 im Auftrag des Schwiegersohns von Sultan Kanuni Sultan SüleIman, Rüstern Pascha, beim großen Architekten Sinan in Auftrag gegeben. Man weiß, das Rüstern Pascha an vielen anderen Orten des Reiches noch weitere Gebäude und Baukomplexe errichten ließ.

SEHZADE MOSCHEE

Diese Moschee ist der erste monumentale Baukomplex, der vom Architekten Sinan erbaut wurde. Sie wurde Mehmed, dem Sohn von Kanuni Sultan SüleIman gewidmet, der jung den Tod gefunden hatte. Der Durchschnitt der Zentralkuppel, die durch vier Halbkuppeln gestützt wird, beträgt 19 Meter und verfügt über einen sImmetrischen Grundriß. Obwohl Sinan sie als sein Lehrlingswerk bezeichnete, ist sie eins der schönsten und beeindruckendsten klassischen Gebäude Istanbuls. Dieser im Jahre 1548 beendete Baukomplex bestand aus einer Moschee, einer Schule, Ställen, Grundschulen, Moscheebrunnen und Mausoleen.

SELIMIYE MOSCHEE EDIRNE

Sie wurde von den Architekten Sinan in den Jahren 1569-1575 unter der Regierung Selims II., des Sohnes und Nachfolgers SüleImans II. erbaut. Sie wird als Meisterwerk des Architekten bezeichnet. Südlich der Moschee liegt die Koranschule, in der heute ein archäologisches und volkskünstliches Museum untergebracht ist.

SÜLEIMANIYE MOSCHEE ISTANBUL

Zwischen 1550 und 1557 errichtete der bekannte Architekt Sinan den umfangreichsten Moscheenkomplex der osmanischen Geschichte im Auftrag SüleImans des Prächtigen. Es sollte die Hagia Sophia an Größe und Schönheit übertreffen.

YILDIRIM BEYAZIT MOSCHEE BURSA

Aus dem Jahre 1399 diente die Grüne Moschee als Modell. Sie zählt zu den bedeutenden Moscheen von Bursa. Die Ausschmückungen stammen aus dem 19 Jh.