Türkei Info

Warum Typisch Türkisch? Ist die türkische Kultur so anders?

Ja und Nein! Einerseits ist die Türkei der westlichen Kultur nahe und aufgeschlossen, andererseits jedoch behält sie ihren besonderen Charme und außergewöhnlichen Reiz inmitten herzenserfüllender Gastfreundlichkeit und deutlich wahrnehmbaren Spuren der Jahrtausende alten, geschichtlich-kulturellen Vergangenheit bei. Als Erbe jahrhunderte- langen Kulturaustausches zwischen Ost und West hat die Türkei einen atemberaubenden kulturellen Schatz vorzuweisen, der es verdient, kennengelernt zu werden, und der keine lange Suche erfordert.

Die Türkei ist das Tor zum Orient.

Der Sufistiker Celaletttin Rumi Mevlana sagt; „Wer du auch sein magst, komm!“

Wo und bei wem sind Sie so herzlich Willkommen? Wir möchten Sie auf Ihr Urlaubsland Türkei ein wenig vorbereiten und Sie vertraut machen mit der türkischen „Art und Weise“, Mentalität und Lebensphilosophie:

ANGORA KATZE

(türk. ANKARA KEDISI) Arttypisch für die türkische Hauptstadt Ankara, mit dem ehemaligen Namen Angora. Eigenschaft dieser Katze ist ihr schneeweißes Fell.

Es besteht strenges Ausfuhrverbot für diese Tiere. Außer dieser Katze sind auch die Angora- Kaninchen und Angora- Ziegen arttypisch für diese Region, aus denen die weltberühmte Angorawolle gewonnen wird.

AYRAN

Auch "Alkohol des Islams" genanntes Nationalgetränk in der Türkei. Das aus mit Wasser verdünnten Joghurt zubereitete Getränk bekommt seinen „Feinheitsschliff“ mit einer Prise Salz. Die Erfrischung genießen Sie schon beim ersten Schluck und siehe da! Sie sind ein Ayran-Fan geworden.

BACKGAMMON

Ein altes türkisches Brettspiel, „tavla“ genannt, erfreut sich in Familien und in Teehäusern großer Beliebtheit. Ein traditionelles Brettspiel für zwei Personen. Ziel des Spieles ist es, alle 15 Steine, ausgehend von der Grundstellung über das Spielbrett zu bewegen, in das so genannte Home-Board zu ziehen und schließlich herauszuwürfeln. Das Spiel stellt eine faszinierende Mischung aus mathematischer Wahrscheinlichkeit, Strategie, Taktik, Psychologie und Glück dar.

CIRIT

Ein in den Steppen Asiens beheimatetes Treibballspiel, bei dem zwei Mannschaften mit je 7 berittenen Spielern versuchen, einen ausgestopftes Tierfell mit Reitergeschick in das gegnerische Areal zu spielen. Es gewinnt diejenige Mannschaft, die öfter das Fell „dirigiert“ als der Gegner. Um ein schnelles, wendiges Steppenpferd, meist ein Vollblutpferd mit Rennerfahrung, auszubilden, braucht es jahrelanges Training. Gute Ciritpferde sind für den Erfolg einer Mannschaft sehr wichtig.

GASTFREUNDSCHAFT

Die türkische Gastfreundschaft ist sprichwörtlich. Viele Türkeireisende haben wohl schon erfahren, was die Redewendung Misafir gelir, Dost gider (Ein Gast kommt, ein Freund geht) bedeutet. Sei es, daß der junge Mann, den man nach dem Weg zum Museum fragt, einen nicht nur hinführt, sondern auch noch die Eintrittskarten kauft. Oder daß man die herrlichen Trauben, die riesigen Pfirsiche, die man bewundert, einfach geschenkt bekommt. Oder gar, daß die Pannenhilfe für das streikende Auto in eine Einladung zum Abendessen mündet, und falls dann das Fahrzeug immer noch nicht repariert ist, ein Nachtlager angeboten wird - möglicherweise das Ehebett, während die Gastgeber auf dem Sofa schlafen.

Angesichts solcher Beweise von Gastfreundschaft fühlen sich Reisende meist hilflos: Sollen sie Geld geben? Aber das wäre vielleicht eine Beleidigung. Sicher wäre ein Geschenk passender oder eine Gegeneinladung. Oder zumindest ein Gruß, eine Postkarte von Zuhause - irgendein Zeichen, daß die Zuneigung verstanden wurde. Manchmal hat sich aus solchen spontanen Begegnungen eine dauerhafte Freundschaft entwickelt mit gegenseitigen Besuchen über Jahre hinweg. Den Gast zu schützen und zu ehren, geht einerseits auf die Sitten und Rechtsvorstellungen der Nomadenvölker zurück - wo inmitten einer bedrohlichen Umwelt der Gast eines Zeltes Freiheit und Sicherheit genoß - und ist andererseits im Islam vorgeschrieben. Der Prophet Mohammed hat gesagt: »Wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, der ehre seinen Gast gebührend.

GORDISCHER KNOTEN

Auf eine Legende zurückgehend, die sich in Gordion zugetragen haben soll. Gorius war ein einfacher Bauer, der durch glückliche Umstände zum König der Phrygier aufstieg. Eines Tages kam er mit seinem Wagengespann in den Zeus- Tempel. Ein kunstvoller Knoten hielt Joch und Deichsel zusammen. Der so genannte Gordische Knoten war mit einem Orakel belegt und galt als unlösbar. Demjenigen, der ihn löst, wurde die Herrschaft über Kleinasien prophezeit. Alexander der Große, der sich keine großen Gedanken machte, schlug kurzerhand den Knoten mit seinem Schwert entzwei. Bekanntlich wurde er 334 v.Chr. Herrscher über Kleinasien.

HANDARBEIT

Die Türkei ist ein sich im Industrie stark entwickelndes Land, aber einige traditionelle Handarbeiten werden noch ausgeübt. Kupferstich, Töpferei, Keramik, Holzschnitzkunst, Goldschmiede, Web- und Knüpfkunst. Wobei gerade die Letzterwähnten in Vordergrund getreten sind.

KAFFEE

Obwohl die Türkei ein auftaktes Land ist, ist Kaffee das einzige Produkt, welches in diesem Land nicht angebaut wird. Der Begriff “türkischer Kaffee” basiert auf die Kochart, wobei feinst gemahlener Kaffee mit kaltem Wasser, bereits mit Zucker gesüßt aufgekocht wird. Zur osmanischen Epoche wurde der Kaffee aus ihrer Südprovinz Yemen importiert. Der Hafen in Yemen, von wo aus die Lieferung erfolgte, hieß Mokka, woher die Namensgebung “türkischer Mokka” stammt. Nach der Niederlage des osmanischen Heeres vor Wien-1683- war es ein Wiener Bürger, polnischer Abstammung, Herr Kolschinsky, der als Türkisch- Dolmetscher fungierte und das erste Kaffeehaus Europas in Wien gründete, von wo aus die europaweite Verbreitung stattfand.

MEERSCHAUM

Meerschaum, Tonmineral, hydratvisiertes Magnesiumsilicat (Mg2Si3O8 · 2 H2O), auch als Sepiolith bekannt. Meerschaum ist gräulich-weiß gefärbt oder weiß mit einer gelben oder roten Tönung und besitzt einen matten Glanz. Seine Härte variiert zwischen 2 und 2,5; seine relative Dichte beträgt 2. Meerschaum kommt in Schichtlagern oder im Schwemmland in Kleinasien, Griechenland, Spanien, Marokko und den USA vor. Er wird hauptsächlich zur Herstellung von Meerschaumpfeifen verwendet. Das Mineral wird dafür von jedem anhaftenden Material freigekratzt, getrocknet und mit Wachs poliert.

SCHUTZAUGE : (türk. NAZARBONCUGU)

Unter mehreren Hypothesen scheint die Folgende am nahesten der Tatsache zu liegen. In der antiken polytheistischen Welt hatten die Menschen die Gewohnheit den Eingang der Häuser bzw. Tempel mit einer Darstellung von Medusaköpfen zu zieren. Neben der Ziedenfunktion glaubte man, daß der versteinernde Blick der Medusa, die jeweiligen Gebäude vor den bösen und neidischen Blicken schützt. Ab dem 11. Jahrhundert macht Anatolien die Bekanntschaft mit einer neuen Religion, dem Islam. Ein Glaube, welches Gesichtsdarstellungen verbietet. Da das Volk den Schutzblick der Medusa für unentbehrlich hielt, machte man den Übergang vom Kopf der Medusa auf das Schutzauge der Medusa.

TEE : (türk. ÇAY)

Das “nichtalkoholische Nationalgetränk” der türkischen Bevölkerung wird an der türkischen Schwarzmeerregion angebaut und wird fast den ganzen Tag getrunken. Tee wird aus den getrockneten Blättern des Teestrauches zubereitet. Zur Teebereitung werden die Blattknospen und jungen Blätter verwendet. Dabei bestimmt das Alter der Blätter den Geschmack Da man von den Teesträuchern mehrmals pro Jahr Blätter (und Knospen) erntet, unterscheidet man außerdem (bei den Blatt-Tees) verschiedene Pflückungen, z. B. erste und zweite Pflückung, die sich auch in ihrem unterschiedlichen Aroma bemerkbar machen. Häufig werden jährlich drei bis fünf Ernten vorgenommen.

TULPE

(türk. LALE) Diese, ursprünglich aus den Steppen Zentralasiens stammende Pflanze machte mit den osmanischen Türken ihre Reise nach Istanbul, wo sie veredelt wurde. Die begehrtesten Tulpen waren die Schwarzen, so daß die Zwiebel dieser schwarzen Tulpen mit Gold gewogen wurde. Im 18. Jahrhundert spricht das osmanische Reich von einer Tulpenepoche, aus welchem Grund im Topkapi Palast unter der Sektion der Sultansgewänder Tulpenmotive auf die prunkvollen Kaftane der Sultane in Form von Stickereien verarbeitet worden sind, heute das SImbol der Stadt Istanbul.

Die Gartentulpe wurde im 16. Jahrhundert von Konstantinopel nach Westeuropa eingeführt. Das Interesse an der Tulpenzucht wuchs schnell. In Holland erreichte es im Jahr 1634 seinen Höhepunkt:

TÜRKISCHES BAD

Das türkische Bad geht unmittelbar auf die römische Badekultur zurück, wenn auch die Reinheitsgebote des Islam eine eigene Tradition gegründet haben. Es ist traditionell ein Ort der Körperpflege wie auch des geselligen Gedankenaustausches. Mit einem leichten Tuch (Pestemal) bekleidet legt man sich auf den sogenannten Göbektasi (Nabelstein), wo die Schwitzphase beginnt. Anschließend wird man vom Tellak (Bademeister) gewaschen (Peeling) und mit Seifenschaum massiert. In Badetücher gewickelt, wie ein Pascha, ruht man sich bei einem Mocca im Sogukluk (Ruheraum) aus.

TÜRKISCHER TEPPICH

Alle wissenschaftlichen Autoritäten und alle seriösen und unparteiischen Werke kamen zum Ergebnis, daß die Kunst des "handgeknüpften Teppichs" aus den Steppen Zentralasiens stammt und von den türkischen Nomadenstämmen und Künstlern innerhalb eines Gebietes, das sich bis zum Mittelmeer erstreckt, verbreitet wurde. Innerhalb eines Zeitraums von über 2000 Jahren wurde die türkische Teppichkunst Pionier des sogenannten "originalen Orientteppichs", der in verschiedenen Ländern geknüpft und produziert wird. Die türkische Teppichkunst hatte eine große Wirkung hinsichtlich der Technik, des Materials, der Dessins und der Knoten auf die Teppiche dieser Länder ausgeübt. Ein erlesener handgeknüpfter Teppich ist ein Einrichtungsgegenstand, der im täglichen Leben vielseitige Verwendung findet. Er ist außerdem ein Hausgegenstand, der seine Besitzer beglückt, ihnen Komfort gewährleistet, und ist ein Produkt einer langwierigen, geduldigen Handarbeit. Der handgeknüpfte Teppich hat in der Türkei sowie im gesamten Orient eine lange Tradition; der Orientteppich wirkt auf uns wie ein Kunstwerk. Seine Schönheit entstammt der Wunderwelt der ”Märchen aus Tausendundeinernacht" und seine Ursprünge liegen in jenen Ländern, in denen die ersten großen Kulturen der Menschheit aufblühten. Anatolien, das Tor zum Orient, die Synthese verschiedener Weltkulturen, umarmt fleißige und produktive Menschen, die seit Jahrhunderten ihre künstlerischen Talente, Freuden, Hoffnungen und Gefühle mit Motiven auf Teppichen verewigt haben.

Als Material für Teppichknüpferei wird neben Wolle, Baumwolle und Naturseide auch Kunstseide sowie Chemiegarne verwendet. Bei den Naturfasern sind qualitative Unterschiede zu beachten: Wolle junger Schafe ist weicher als die von alten; Hochgebirgsschafe liefern dichtere, feinere Wolle als Steppenschafe. Fasern, die mit natürlichen Pflanzenextrakten gefärbt wurden, sind wertvoller als solche, die mit Anilinfarben behandelt wurden.

Ab 12. Jh. war der türkische Teppich bereits in Europa bekannt und wurde ab dem 13. Jh. unter anderem von Malern auf deren Bildern festgehalten. Eine Blütezeit erlebte der türkische Teppich unter den Osmanen im 16. /17. Jh. Wenn auch die Motive mit dem Zeitgeist wechselten (geometrische, gegenständliche Tier-und Drachenbilder, Rankenmuster, Medaillon-und Sternemuster), so wird heute noch nach alten überlieferten Mustern geknüpft. Jahrelange, mühsame und schmerzvolle Erfahrungen haben die Türkei auf dem Gebiet der Seidenteppiche (5.760.000 auf 1 qm) zum Weltrekord geführt, welcher im Guinness Buch der Rekorde aufgeführt ist.

WEINTRAUBE

Wußten Sie schon, daß sie Ihren Ursprung in Anatolien hat? Auf Reliefs der Hethiter, eines der ältesten Völker Kleinasiens, tauchen Weintrauben auf. In Kleinasien wurde zu biblischen Zeiten Wein angebaut; die phönizischen Seefahrer verbreiteten die Anbautechnik im ganzen Mittelmeerraum. Die Griechen des Altertums bauten ebenfalls Wein an; später übernahmen die Römer diese Verfahren und setzten sie auch in ihren Kolonien ein. In Deutschland betrieben die Römer erstmals im 2. Jahrhundert Weinbau.

Türkische Küche

In der Türkei hat sich über Jahrtausende eine Küche entwickelt, die von unzähligen Generationen kunstfertiger Köche veredelt und am osmanischen Hof in Istanbul zu höchster Vollkommenheit gebracht wurde.

Aus religiösen Gründen wird Schweinefleisch in der Türkei nicht gegessen. Aber in seltenen Hotels und Lokalen wird es angeboten. Handelsüblich sind Rind- Lamm- und Kalbsfleisch. Die türkische Küche ist nicht halb so kompliziert wie die orientalisch anmutenden Namen ihrer Gerichte und, obwohl sie eigentlich internationale Beachtung verdient, wird sie erst langsam bekannt.

Wer mag keine "Frauenschenkel"? Wer möchte nicht den, "Frauennabel" probieren? Wer interessiert sich nicht für die ",Brautsuppe "? Wer kennt die folgenden Gerichte: "Finger des Wesirs ", "Dem Herrscher hat's gefallen", " Der Imam fiel in Ohnmacht" ?

Wer in die Türkei kommt, wundert sich zunächst einmal, daß Knoblauch nur in wenigen Rezepten verwendet wird und wundert sich auch über die vielen Gemüsesorten, die erst langsam in Europa ein Begriff werden (Okra, Kichererbsen, Erdbirnen). Wer weiß, daß es über 40 verschiedene Auberginengerichte gibt? !!!Gewürzt wird oft nur mit Salz und Pfeffer, exotische Gewürzmischungen sind selten, ebenfalls werden selten Kräuter zum Kochen benutzt, als Tee dagegen findet man sie häufig und in vielen Variationen.

Um die vielfältigen Genüsse der türkischen Küche kennenzulernen, sollte man unbedingt einmal einen Fischrestaurant aufsuchen, die eine Fülle raffinierter Vorspeisen der so genannten, "Meze " in verschiedenen Sorten in kleinen Mengen zum Kosten servieren.

Einem türkischen Spruch nach ," sollen erst die Augen und dann der Magen gesättigt werden ". Die Türken lieben es, sich beim Abendessen bei einem Glas, "Raki" zu unterhalten und die Köstlichkeiten auf den Tellern zu genießen. Je nach Saison, können Sie sich einen frischen Fisch, welcher gerade noch im Meer schwamm, köstlich zubereiten lassen. Dieser exklusive Genuß ist zwar nicht gerade billig, aber für deutsche Verhältnisse immer noch preiswert.

Für die türkische Familie hat das gemeinsame Essen einen hohen Stellenwert, besonders das Abendessen wird der kulinarische und gesellige Höhepunkt der Familie. Meist wird Rind oder Lammfleisch mit viel Gemüse serviert, als Beilage wird Reis oder Weizengrütze gereicht. Immer findet man Weißbrot und Salate. Zum Nachtisch wird entweder "Baklava" (Blätterteig mit Nüssen), Pudding oder Obst angeboten.