Türkisches Bad

Kaum ein anderes Ereignis, das Neugier und Angst gleichzeitig erweckt. Nicht mit Unrecht. Schon ab dem 12 Jhr. gründeten Türken die ersten Bäder in Anatolien. Das Bad war wie bei den Römern eine Kulturstätte, die viel mehr als Hygiene bedeutete. Prunkvolle Badeanlagen entsprangen wie Pilze in den osmanischen Städten. Seit es im Hause heißes Wasser gibt, haben die Hamams wenig Besucher. Die wenigen Schönen Hamams, wo alte Traditionen noch lebendig wirken, befinden sich in Istanbul, Bursa und in manchen anatolischen Städten wie Tokat und Amasya. Im Bad bekommt man Handtuch und Seife. Zum Entkleiden gibt es einen Umkleideraum, wo man auch die Sachen deponieren kann.

Dort bekommt man auch ein Tuch, Pestamal genannt, das man sich um den Körper bindet; Nackt- baden wird nicht akzeptiert. (Die Hamams sind geschlechtgetrennt). Danach bewegt man sich in den Hauptraum. Räume mit verschiedenen Temperaturen umgeben den Hauptraum. Insgesamt sind die Temperaturen im türkischen Bad bei weitem nicht so hoch, wie in der finnischen Sauna. Dagegen sorgt die hohe Luftfeuchtigkeit für ausreichendes Schwitzen. Das Erste Ziel im Hamam ist, möglichst viel zu schwitzen. Dazu gibt es inmitten des Hauptraumes einen Schwitzstein, der sich genau über der Hypocaust befindet. Danach erfolgt der Waschvorgang. Man muß sich nur entscheiden, ob man sich selbst wäscht oder waschen läßt, wobei letzteres von Vorteil ist: dieser Vorgang heißt auf türkisch Kese mit einhergehender Massage und wird von einer körperlich kräftigen Person ausgeführt. Wer Probleme mit der Wirbelsäule hat, sollte sich solchen Vorgängen entziehen; die dort tätigen Personen verfügen nicht alle über eine gesondert, medizinische Fachausbildung. In einem Erholraum kann man bei einem Glas Tee anschließende " Entspannung " finden .